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Standpunkte

- emotional aufgeladen durch und von Heinz Klippert

 

Wir glauben, dass LehrerInnen eine große Sehnsucht nach konkreten Hilfen für ihre praktische Arbeit haben. Wir wissen, dass Schulen einem wahren Trommelfeuer von Veränderungen ausgesetzt sind: Schulprogramme, Öffnung nach Außen, "neue" Medien, PISA, Leseförderung, individuelle Betreuung, Kompetenzvermittlung, Bildungsstandards, Ganztagsschule, Förderpläne, Lehrpläne...

Wer jedoch hift den Schulen und den LehrerInnen dabei, all diese Neuerungen bei laufendem Unterrichtsbetrieb umzusetzen? Die Forderung steht: "Verändert euren Unterricht" - bei gleichzeitiger Streichung in der Fortbildung. Wir unterstellen jedoch: viele LehrerInnen stimmen mit den Zielen der Reformen überein.

Wie sollen jedoch diese "Reformen" am nächsten Tag in meiner Mathematik- oder Deutschstunde zwischen 09:30 Uhr und 10:15 Uhr umgesetzt werden?

 

  
 

Bisherige Antworten wie etwa VERA und Evaluation sind sicher ein Mittel um Schulen transparent zu machen und auch unbedingt weiterhin notwendig, an der Unterrichtskultur ändern sie jedoch nichts. Letztlich werden sie als Druckmittel empfunden, es mangelt an Hilfen, die Mut machen.

Testen, kontrollieren und sanktionieren führen in die schulentwicklungstechnische Sackgasse. Das bislang ungelöste Rätsel: woher kommt aus diesen Dingen die Motivation für einen besseren Unterricht- die Kernaufgabe von Schule?

Scheinbar bleibt oft nichts weiter übrig, als zu resignieren. Dies hilft jedoch weder uns LehrerInnen selbst noch unseren Schülern. Wir solten unsere Zeit und Energie auf das Entgegenwirken von Missständen in der Schule verwenden (und viele Probleme sind durchaus hausgemacht).

Außerdem: Wenn die Kinder von heute dermaßen anders "ticken" - wie muss Schule sein, was bedeutet es Kinder zu lehren, wie kann unter diesen radikal veränderten Voraussetzungen Lernen in der Schule gelingen?

Das Kooperative Lernen setzt hier starke Impulse, die Tradition des Lehrers als "Besserwisser" aufzugeben und lieber zu überlegen, wie Unterricht und Schule sich zu Dialog und Kooperation unter gleichberechtigten Teilnehmern entwickeln kann.