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Referenz Gymnasium Grevesmühlen

  1. Lange schon wissen wir, dass sich unsere Schüler von heute beträchtlich von denen vor 10,  20 oder gar 30 Jahren unterscheiden, dennoch scheint sich in den Klassenräumen noch nicht viel geändert zu haben, sagt man… Das war aber auch eine der Rückmeldungen aus den Unterrichtsbesuchen der externen Evaluation an unserer Schule im Jahr 2007. Deshalb haben wir das Thema Unterrichtsentwicklung zu einem unserer Fortbildungsschwerpunkte gemacht. Wir wollen den geänderten Bedingungen Rechnung tragen und in Übereinstimmung mit den Leitzielen aus unserem Schulprogramm unsere Schülerinnen und Schüler zu mehr Selbstständigkeit im Lernprozess anregen und ihnen dabei Freiräume eröffnen, um mehr Nachhaltigkeit zu erzielen.
  2. Wie in fast allen Kollegien in unserem Bundesland macht sich auch bei uns am Gymnasium am Tannenberg, Grevesmühlen der steigende Altersdurchschnitt bemerkbar. Darüber hinaus kommen zum Beispiel mit der selbstständigen Schule, den sich verändernden gesellschaftlichen Bedingungen und Forderungen nach differenziertem Lernen etc. ständig neue Aufgaben auf die Lehrerinnen und Lehrer zu. 27 Wochenstunden qualitativ hochwertigen Unterricht zu erteilen erscheint vor diesem Hintergrund als wahrlich schwere Aufgabe. Deshalb ist ein weiterer Schwerpunkt in unserem Fortbildungsplan das Thema „Lehrergesundheit“. Kooperative Lernformen erscheinen als ein Weg, eine 27-Stunden Unterrichtswoche besser durchzustehen und dabei gesund zu bleiben, schließlich ist bei Anwendung dieser Unterrichtsformen der Lehrer nicht in erster Linie Akteur sondern in der Tat eher Moderator des Lernprozesses.
  3. Einige Kolleginnen und Kollegen hatten innerhalb unseres Fortbildungsnetzwerkes an der Regionalen Schule am Wasserturm in Grevesmühlen bereits die Möglichkeit, Fortbildungen von Herrn Upahl zu besuchen und waren begeistert.  Die Resonanz auf die praxisorientierten und sofort in allen Fächern umsetzbaren Inhalte, die der zertifizierte Greentrainer Herr Upahl überaus engagiert vermittelte,  war so positiv, dass der dringende Wunsch bestand, Herrn Upahl auch für eine Fortbildungsreihe an unserer Schule zu gewinnen.

Gesagt – getan. Wir freuten uns, dass Herr Upahl sofort zusagte, eine dreiteilige Fortbildungsreihe an unserer Schule anzubieten. Als Schulleiterin war ich bei allen drei Veranstaltungen, die sich für die Kolleginnen und Kollegen jeweils an einen anstrengenden Unterrichtstag anschlossen, freudig erstaunt über die Anzahl der teilnehmenden Lehrerinnen und Lehrer.

Zur ersten Veranstaltung brachte Herr Upahl auch seinen Kollegen, Herrn Barsch, mit. Beide verstanden es, unser Kollegium für das Thema zu begeistern. Während einige Zweifler zunächst annahmen, dass es sich bei der Fortbildung darum handele, neue Methoden der Gruppeneinteilung vorzustellen, um Schüler zu motivieren, wurde schnell klar, dass die Methode des „Think – Pair – Share“ großes Potenzial zur Veränderung von Unterricht in allen Fächern hat. In Gruppen kamen wir ins Gespräch über die jeweilige Anwendbarkeit in verschiedenen Fächern. Herr Upahl und Herr Barsch schafften es mit ausnehmend anschaulichen Präsentationen und praktischen Anwendungen anhand sorgfältig ausgewählter Beispiele, Transfermöglichkeiten auf den eigenen Unterricht zu eröffnen. Besonders hervorzuheben ist, dass die vorgelebte Motivation der beiden in der Tat ansteckend wirkte und auch der Humor nicht zu kurz kam. Mir hat wirklich imponiert, wie Herr Upahl auch in den folgenden Veranstaltungen an persönlich relevanten Themen wie Schulentwicklung oder Teamgeist unaufdringlich aber persönlich überzeugt die Vorteile des kooperativen Lernens immer wieder bewusst und erlebbar gemacht hat. Da ich auch selbst in der Fortbildung von Schulleitern oder angehenden Führungskräften in Mecklenburg-Vorpommern Verantwortung übernommen habe, weiß ich, wie schwer es ist, die zum Verständnis nötige Theorie mit der entsprechenden Praxis zu vereinbaren, dieses ist Herrn Upahl und Herrn Barsch hervorragend und absolut überzeugend gelungen. Die lebensnahen Aufgaben haben auch dazu geführt, dass wir die Fortbildung nicht nur als fachliche Bereicherung, sondern auch als teambildende Maßnahme erlebt haben.

Die beteiligten Kolleginnen und Kollegen haben die vorgestellten Methoden   natürlich bereits im Unterricht ausprobiert, einige eher als punktuelles Highlight, andere über längere Arbeitsphasen. Einige positive Rückmeldungen diesbezüglich haben mich sowohl aus Lehrer- als auch aus Schülersicht bereits erreicht.

In meiner 9. Klasse habe ich das Prinzip des kooperativen Lernens bis auf nötige Vermittlungsphasen im Englischunterricht fast vollständig umgesetzt und als größtes Plus vermerke ich die sehr hohe Schüleraktivität. Die Schülerinnen und Schüler sind inzwischen mit den Methoden vertraut, sie finden meine akustischen Signale normal und erledigen ihre Aufträge sehr selbstständig und motiviert. Besonders spannend ist für sie immer das Auslosen der- oder desjenigen, der schließlich präsentiert. Und da es jeden beim nächsten Mal treffen könnte, hütet sich jeder vor etwaigem Spott, sondern zeigt gebührliche Wertschätzung für die Leistung des Einzelnen. Auch die Übungen zum Entwickeln einer Gruppenidentität werden mit Ernsthaftigkeit und Freude erfüllt, sie kosten mittlerweile nicht mehr so viel Zeit und sind hervorragende Motivation und Zielorientierung zugleich.  Selbst die Bewertung der gemeinsamen Arbeitsprozesse wird von den Schülerinnen und Schülern  mit einem hohen Grad an Selbstreflexion angegangen. Alles, wie ich finde,  Zeichen für einen Zuwachs an Fach-, Sozial-, Methoden-  und Selbstkompetenz.

Gern habe ich die Gelegenheit wahrgenommen, aus Sicht einer  Teilnehmerin an der Fortbildungsreihe am Gymnasium am Tannenberg  kurz zu berichten und danke Herrn Upahl und Herrn Barsch sehr herzlich für ihr Engagement auch in unserem Kollegium.

 

Ute Debold

Schulleiterin, Gymnasium am Tannenberg, Grevesmühlen

 

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